Leserbrief in der MZ zum Flugplatzausbau

Cessna„Über den Wolken … 

muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“, sang einst Reinhard Mey.

Der Wahnsinn wohl auch, zumindest dann, wenn die Befürworter des Ausbaus des Flugplatzes Stadtlohn-Vreden mit an Bord sind.

Ein Beispiel (von vielen in NRW): Die Flughafen Niederrhein GmbH in Weeze, ein Subventionsgrab erster Güte, wird nur durch Steuergelder künstlich am Leben gehalten. Der Flughafen hat im Jahr 2004 rund 7 Millionen Euro Verlust gemacht. Insgesamt belaufen sich die Schulden des Flughafens beim Kreis Kleve inzwischen auf rund 24 Millionen Euro; zuzüglich Zinsen die seit Ende 2004 nicht mehr gezahlt wurden.

Jeder Arbeitsplatz muß dort mit 50.000 Euro subventioniert werden, obwohl Weeze, wie alle stark defizitären bzw. hoch subventionierten Flugplätze in unserer Nachbarschaft eine bessere Verkehrsinfrastruktur haben und ein deutlich breiteres Nutzerpotential in unmittelbarer Umgebung vorweisen können

Wie gesagt, Weeze ist nur ein Beispiel von vielen in unmittelbarer Nähe.

Darauf sollte die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Vreden lieber ihren Landtagsabgeordneten Tenhumberg ansetzen. Statt dessen wird offensiv die Schaffung eines weiteren Subventionsgrabes in Wenningfeld mit verdrehten Halbwahrheiten vorangetrieben. Schlimmer noch: Die Daumenschrauben „Enteignung“ und „Genehmigungsuntergrabung“, angezettelt vom Landrat Wiesmann und seiner CDU-Clique, werden indirekt gutgeheißen.

 Anstatt Standortfindung und Ausbauplanung von Flugplätzen an den Maßstäben der verkehrlichen Effektivität und der Minimierung von Folgen für die Umwelt zu orientieren, werden die Interessen einzelner Regional- und Landesfürsten bedient. Die Konsequenz ist eine massive Verschwendung öffentlicher Mittel, eine Wettbewerbsverzerrung, sowie eine Kannibalisierung von Flugplatzstandorten untereinander. Und die Zeche für Wenningfeld? Die werden sich Landrat Wiesmann und auch die die Vredener CDU wieder mal eiskalt vom gebeutelten Steuerzahler begleichen lassen. Elmar F. Kampshoff