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Vredener Rat lehnt Pläne für E-Center mit Mehrheit ab

am .

Die Pläne für das E-Center auf dem Bierbaumgelände sind im Vredener Rat mit knapper Mehrheit abgelehnt worden. Auch wir, die UWG, haben gegen das E-Center votiert, da unserer Auffassung nach die Risiken höher zu bewerten sind als der Nutzen.

Bierbaumgelnde

 

Lesen Sie hierzu bitte die gesamte Stellungnahme der UWG im Vredener Rat:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

meine Damen und Herren,

jede Stadt braucht ein Herz - Vredens Herz ist die Innenstadt.

Das dieses Herz schwach schlägt ist unbestritten, Schuld daran ist nicht ein E-Center, welches es ja noch gar nicht gibt.

Schuld daran ist verändertes Kaufverhalten, E-Commerce, aber auch ein unübersehbarer „Stillstand“ verschiedener Akteure: die Vredener Kaufmannschaft.

Das dieses Herz aber schwächer schlagen wird, dazu wird ein zukünftig entstehendes E-Center seinen Beitrag leisten.

Einem schwachen Patienten versucht man in der Regel zu unterstützen und kurativ zu behandeln.

Loslassen kann man einen Patienten erst, wenn klar ist, dass der point of no return erreicht ist, sprich, der Patient ist austherapiert, ihm ist nicht mehr zu helfen.

Der Patient Vredener Innenstadt ist noch lange nicht an diesem Punkt.

Die UWG ist daher der Auffassung, es lohnt sich auch weiterhin für unsere Innenstadt zu kämpfen.

Vreden ist, was die Versorgung im Bereich Nahrungsmittel angeht, mehr als gut aufgestellt.

Die Verwaltung stellt in ihren Ausführungen in der Sitzungsvorlage selber fest:

"....An dieser Stelle ist festzuhalten, dass aus rein quantitativen Aspekten grundsätzlich kein zusätzlicher Markt in Vreden versorgungsstrukturell erforderlich ist.

Jedoch wird seitens der Öffentlichkeit vielfach der Wunsch nach einer Verbesserung des qualtitativen Versorgungsbereiches geäußert...."

Das bedeutet: wir brauchen keinen zusätzlichen Supermarkt, wir hätten halt nur gerne mehr Attraktivität.

E Center

Wie schön, das wir diese Wünsche auch ohne einen neuen E-Center auf dem Bierbaumgelände erfüllen können.

  • Der Nettomarkt will geringfügig erweitern und modernisieren, ein Getränkemarkt soll dort ebenfalls entstehen.
  • Der Aldi an der Ottensteinerstraße baut bereits neu.
  • Der K&K an der Ottensteiner Straße will sich von Grund auf erneuern bzw. modernisieren. Am Standort Ottensteiner Straße haben wir außerdem einen DM, insgesamt also eine wunderbar funktionierende Symbiose, quasi ein intaktes Biotop.
  • Am Standort Up de Hacke steht ein Investor bereit mittels eines Großprojektes neuen Raum für moderne Einkaufsmöglichkeiten im Lebensmittelbereich zusammen mit K&K und Aldi zu entwickeln.
  • Der Lidl an der Winterswijker Straße will modernisieren und kann moderat erweitert werden.
  • Der EDEKA an der Zwillbrocker Straße will sich von Grund auf modernisieren.
  • Der K&K am Domhof will modernisieren.
  • am Neubau Bremer Platz/Domhof wird ein attraktiver moderner Frequenzbringer entstehen.

Wo ist den Angesichts dieser Möglichkeiten das Argument für die Schaffung eines zusätzlichen Supermarktes, wenn er all die gerade beschriebenen Entwicklungen empfindlich stören wird bzw. sie verhindert oder erst gar nicht entstehen lässt.

Klar ist: es ist nicht unsere Aufgabe den Wettbewerb zu regulieren, aber es ist unsere Pflicht, für eine ausgewogene Versorgung der Vredenerinnen und Vredener Garant zu stehen. Und das sowohl unter quantitativen Aspekten, unter qualitativen Aspekten und unter dem Aspekt der Ausgewogenheit der geographischen Lage.

Diesem Auftrag nachzukommen ist ohne E-Center wahrscheinlicher möglich als mit E-Center.

Alle vorliegenden Gutachten und Stellungnahmen, von CIMA, GMA, Wirtschaftsvereinigung, Citymanagement, IHK etc. , sind in Einzelheiten voneinander abweichend, aber in ihren Kernaussagen sind sie alle gleich.

Keiner empfiehlt uns heute die Zustimmung zu Beschlussvorschlag der Verwaltung

Allen Gutachten und Stellungnahmen gemein ist auch ein beschriebenes, nicht unerhebliches Gefährdungspotential für die Innenstadt, also des Herzens von Vreden.

Mit der Realisierung des E-Centers, ich zitiere hier beispielhaft aus der Stellungnahme des Citymanagements, "....besteht die große Gefahr einer substanziellen Funktionsstörung der Innenstadt.

Es werden... erhebliche negative Auswirkungen auf die Bestandsstrukturen des derzeitigen ZVBs (zentralen Versorgungsbereichs) prognostiziert. ...es ist jedoch ausschlaggebend, dass der unbeeinträchtigte Fortbestand standort- und strukturprägender Magnetbetriebe eine maßgebliche Bedeutung für die weitere Funktionsfähigkeit des Hauptgeschäftsbereichs hat...."

 

Die UWG glaubt, dass ist deutlich genug und ich frage noch einmal: Wo ist denn Angesichts dieser Risiken auch nur noch ein Argument für die Schaffung eines E-Centers, der mit Abstand der größte Supermarkt in Vreden werden würde und mit seiner Magnetwirkung eher eine Gefährder denn ein Heilsbringer sein wird.

Dies einmal mehr weil auch bei realistischer Betrachtung keine, aber auch nun wirklich gar keine halbwegs plausible Chance einer Möglichkeit darstellbar ist, wie so ein E-Center an den ZVB, sprich die Innenstadt, angebunden werden könnte.

Ich habe Herrn Stroetmann gefragt, ich habe Herrn Hartmann (Stadt Vreden) gefragt, ich habe Herrn Hetrodt (Stadt Vreden) gefragt, wie man sich das denn vielleicht vorstellen könnte: ich habe keine Antwort erhalten die auch nur in die Nähe einer Vision kommen würde.

Zu all dem bisher beschriebenen kommt noch das Risiko, wie sich bei einem Rechtsstreit die Entwicklung sein wird. Auch hierzu habe ich Herrn Hartmann in der letzten BPU-Sitzung befragt.

Die Ausweitung des ZVB ist für Herrn Hartmann das kleinste Problem.

Herr Hartmann, wo und was sind denn dann bitte die großen Probleme?

Wir haben bzgl. der Durchsetzbarkeit im Falle eines Rechtsstreites große Bedenken, weil ein s.g. Anschmiegen an den bestehenden ZVB nicht nachvollziehbar darzustellen ist.

Im nicht unwahrscheinlichen Fall einer Klage wären darüber hinaus jahrelanger Stillstand und damit verbundene Unklarheit die realistischen Folgen.

Die Brachfläche, wir alle sehen sie lieber gestern als heute als Teil von Vredens Geschichte, wird uns dann im Sinne einer Totalblockade auf Jahre erhalten bleiben.

Last but not least das nicht unwichtige Argument der Wohnbebauung:

Ja, Vreden benötigt dringend mehr Wohneinheiten. Gerade im sozialen Wohnungsbau ist Handlungsbedarf angezeigt.

Die Chance hier etwas umsetzen zu können ist verlockend.

Was nützt uns aber die Wohnbebauung angesichts der realistischen Möglichkeit des Eintretens der beschriebenen Risiken. Diese kann man doch nicht billigend in Kauf nehmen, wo man vielleicht auch mit Geduld und Verhandlungsgeschick das Bierbaumgelände auch anders bespielen kann.

Die Brache, sie hat ins in den letzten 20 Jahren nicht wirklich geschadet und wird es, wenn es darauf ankommt auch zukünftig weniger tun, wie es die Realisierung eines E-Centers prognostiziert tun wird.

Die UWG ist demnach folgerichtig gegen die Ausweitung des bestehenden ZVB, also gegen einen E-Center auf dem Bierbaumgelände. Wir sind überzeugt davon unserer Stadt damit nicht zu schaden.

Wir sind nicht so vermessen zu behaupten, dass wir wissen ob das gut oder schlecht für Vredens´s Zukunft ist. Wir sind aber überzeugt davon, dass in der Chancen-Risiken Abwägung diese Entscheidung die Richtige ist.

Diese Entscheidung wird kein Heilsbringer für die Innenstadt sein , erhöht aber die Chance erheblich, dass das Herz von Vreden weiter schlagen kann und das die Bemühungen um einen stärkeren Herzschlag mehr Aussicht auf Erfolg haben. Damit waren wir die Chance, dass die geographisch gleich gut verteilte qualitative und quantitative ausgewogene Versorgung der Vredener Bevölkerung auch zukünftig Bestand haben wird.

Die UWG beantragt daher, der Rat der Stadt Vreden beschließt eine Ausdehnung des ZVB nicht weiter zu verfolgen.